Unser Clubwagen

Die Story unseres Clubwagens  (Stand 01. August 2008)

Die Vorgeschichte
Das Gleis
Der Transport

Umbauten
Sanierung
Vorbereitung
Der Anstrich
Ausblick

Kurz vor dem Aufsetzen

SEZ X9415, 16. Oktober 2000, Ankunft 18:18 Uhr in Bassersdorf

Die Vorgeschichte

Die Bezeichnung Clubhaus 2000 und die dazugehörende Idee stammt von unserem Präsidenten. Wie schon so oft, hat er den Rest des Vorstandes im Jubiläums Jahr mit einem " verrückten" Vorschlag konfrontiert.

Die Anlage wächst stetig, der Platz im Anlagenraum wird geringer. Am traditionellen Chlausabend sitzen wir wie die Sardinen im Aufenthaltsraum. Selbst die Generalversammlung hielten wir dieses Jahr im Freien ab.

Nun, der Vorschlag war, dass wir uns einen alten Eisenbahnwagen besorgen und neben dem Clubhaus plazieren sollten. Fleissig wie unser Präsident ist, hat er auch gleich einige Bahngesellschaften angefragt. Bei einem Besuch von einer Gruppe von Eisenbahnfreunden wurden wir auf den MEC Einsiedeln aufmerksam gemacht, welche einen 2-Achsigen C2 günstig abzugeben hätte.

 

Gleich machten sich der Präsident und der Bauchef auf den Weg, diesen Wagen zu besichtigen. Dieser Wagen war soweit in Ordnung, wenn man den symbolischen Preis von einem Stutz in Betracht zog. Allerdings erforderte er grössere Frondienstleistung im Innenraum sowohl als auch aussen.. Auch wahren noch einige versteckte Mängel zu erwarten. Trotzdem liessen wir den Wagen mal reservieren. Leider erhielten wir jedoch für diesen Wagen keine Baubewilligung um ihn auf unserem Areal aufstellen zu können. Er war schlichtweg zu lang. Unser Präsident steckte den Kopf jedoch nicht in den Schotter, sondern suchte weiter nach Lösungen.  

Nach einiger Zeit meldete sich die BLS mit dem Hinweis, sie hätten uns einen Rottenwagen anzubieten. Ein gleicher Typ wurde kurz vorher von der Kandertalbahn übernommen und als "Salon Bleu" eingerichtet. Der Wagen würde uns für einen fixen Preis bis nach Kloten gebracht. Grössere Arbeiten waren nicht zu erwarten, da der Kasten in 1984 aufgearbeitet wurde.

Der Wagen mit der Nummer X9415 mit Heimatbahnhof Erlenbach ist bei der Spiez-Erlenbach-Zweisimmen (SEZ) Bahn eingereiht und konnte in Ferenbalm-Gurbrü (siehe Bild) besichtigt werden. Der Allgemeinzustand konnte als sehr gut bezeichnet werden. Der Wagen besitzt einen kleinen Vorraum (Garderobe), eine kleine Küche mit Gasherd und einen Gasofen (Propangas). Auch konnten Anschlüsse für Strom (220/380V), Trinkwasser und Abwasser ausgemacht werden.

Chronik des Wagens:

1905: Inbetriebnahme durch Spiez-Frutigen Bahn als C561, hergestellt durch Waggonfabrik Bautzen in Deutschland.

C561 Typenskizze

1913: Übernahme durch Bern-Lötschberg-Simplon Bahn. Umnummerierung in C594.

1954: Neue Verwendung als Dienstfahrzeug. Umzeichnung in X2 9151.

1975: Totalumbau des Wagens mit Standard Wagenkasten. Umzeichnung in X 50 63 9415 545.

2000: Übernahme durch die Swissair Eisenbahnfreunde.

Nun nahm das "Unheil" seinen Lauf. das Baugesuch wurde eingegeben und die Bewilligung traf relativ schnell ein. Für den Transport auf der letzten "Meile" hatte uns die Firma Piatti Transporte zugesagt. Die notwendigen Schienen und Schwellen hat uns die Firma Vanoli unentgeltlich zur Verfügung gestellt. Auch für die notwendigen Aushubarbeiten und den Schotter bekamen wir Zusagen.


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Das Gleis

07. Oktober 2000.  Mit einem Bagger wird das Gleisbett ausgehoben. Das Loch hat eine Grösse von 12 mal 3 Meter und ist 50cm tief. Es wurden also rund 18 Kubikmeter Erde bewegt. Auf dem Boden wurden ca 10cm Kies ausgelegt und gewalzt. 

14. Oktober 2000. Mit acht Mann starteten wir am Samstag Morgen mit dem Gleisbau. Gleich zu Anfang wurde der Schotter, alter gewaschener DB Schotter, angeliefert. Die Schwellen und die Schienen wurden am Vorabend von der Firma Vanoli aus Immensee angeliefert. Nach dem Auslegen einer ersten Schicht wurden die Schwellen ausgelegt und die Schienen montiert. Anschliessend ging es ans Krampen und der restliche Schotter musste eingebracht werden. 

Es geht voran
Einfüllen des Schotters
Das Ergebnis! Insgesamt wurden ca 1 Tonne Kies, 15 Tonnen Schotter, 3 Tonnen Schwellen und 2 Tonnen Schiene verarbeitet. Zur Verfügung hatten wir nur Schaufeln, Gramp-Hacken und Gramp-Gabeln. Damit sie etwas einfacher zu handhaben waren, wurden die Schienen in vier Teilen a ca 6 Meter angeliefert. Damit wir sie mit Schienenlaschen verbinden konnten, mussten sie noch verbohrt werden. Mit der ebenfalls von Vanoli zur Verfügung gestellten Schienenbohrmaschine bohrten wir insgesamt 8 Löcher für die Laschen.Um ca 15:30 war der Gleisbau beendet.

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Der Transport

16. Oktober 2000. Pünktlich Morgens um 05:08 traf der Wagen im Bahnhof Kloten ein. Nachmittags rollten der Pneukran und der Transportwagen der Firma Piatti an. Nach einiger Zeit war der rund 15 Tonnen schwere Wagen auf dem Spezial-Transporter verladen und gesichert. 

 

 

Aufsetzen des Wagens auf dem Transporter
Hochziehen des Wagens beim Clubhaus

Nach einer kurzen Fahrt vom Klotener Bahnhof ins Grindel-quartier wurde der Transporter neben dem zuvor plazierten Kran positioniert. Aus Platzgründen musste der Kran sehr nahe an der Squashhalle plaziert werden. Der Wagen konnte nur aufs Gleis gebracht werden indem man ihn über das Dach der Squashhalle hievte.

Vor dem Anheben des Wagens mussten noch zusätzliche Unterlagen für die Kranstützen gebracht werden, sank doch eine der Stützen gleich neben der Squashhallen Wand ein.

Nachdem dieses Malheur behoben war, wurde der Wagen angehoben, über die Squashhalle gehievt und genau um 18:18 Uhr präzise aufs Gleis gesetzt. Die Rottenwagen der BLS besitzen ein spezielles Untergestell mit Rollen und Hebewinden. Damit konnte man die Wagen auf speziellen Schienen neben das Gleis oder von Gleis zu Gleis verschieben. Wir haben die Hebewinden runtergeklappt und sichern heute den Wagen gegen Wegrollen. Selbstverständlich wurden auch die Bremsen angezogen.

Nach dem Sichern des Wagens und nach dem Aufräumen der Umgebung wurde der Wagen sogleich mit einem kleinen Umtrunk eingeweiht. 

Hoch über der Squashhalle  nach oben
1 Stunde später beim Umtrunk

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Umbauten

2001: die Garderobe wurde entfernt, ebenso die Zwischenwand und die Schiebetüre auf dieser Seite. Die Eckbank Kombination aus dem alten Aufenthaltsraum wurde etwas gekürzt und installiert. Ein gebrauchtes Regal wurde aufgestellt um unsere Bibliothek und den Fernseher aufnehmen zu können.

2002: Der alte Herd und Kühlschrank wurden rausgerissen und mit den bestehenden Küchenteilen ersetzt.

2002/3: Die alte Küche wurde herausgerissen und mit  IKEA Küchenteilen ersetzt. Neu haben wir jetzt zwei Kühlschränke, einen Herd mit Backofen und ein Lavabo.

2005: Der Elektroanschluss wurde neu erstellt. Der Wagen besitzt jetzt einen eigenen Anschluss.

 

Sanierung
Schon im Jahre 2005 waren die ersten Rostflecken, speziell in der Nähe der Fenster auszumachen. Im Jahre darauf wurden die Roststellen bearbeitet und mit einer dem Rotbraun ähnlichen Rostschutzfarbe eingestrichen. Schön sah der Wagen danach nicht mehr aus.
Diverse Diskussionen und Wünsche für eine Neubemalung blieben daher nicht aus. Eine Abstimmung über die Wagenfarbe sollte daher Klarheit bringen. Zur Auswahl standen (vom Vorstand ausgewählt): Originales Rotbraun, Ziegelrot, Rubinrot, Walnuss, Gasgrün, Waldgrün.
Sieger war mit einem Punkt Vorsprung zum Waldgrün die Farbe Rubinrot. Mit anderen Worten, die Abstimmung hatte nichts gebracht. Es gab Stimmen die meinten der Wagen müsse rotbraun bleiben da es ja immer noch ein Rottenwagen ist. Nun, der Vorstand meint, der Wagen ist unsere Beiz, Bar, Salon, etc und soll die Farben bekommen, die uns gefallen. Ein Rottenwagen ist er ja nicht mehr. Vorbildtreue hin oder her, wir haben das Recht ihn so zu gestalten damit er uns gefällt.
Im Herbst 2007 wurde bei einer Vorstandssitzung beschlossen, den Wagen im Sommer 2008 herzurichten. Bei der Farbe hatten wir immer noch keine Entscheidung. Das gewählte Rot trat nämlich in Konflikt mit dem Weinrot der Squashhalle.
Der Vize Bauchef machte den Vorschlag den Wagen in den Orientexpress Farben zu Bemalen. Letztendlich gab ein neues Clubmitglied den Ausschlag. Ca zwei Wochen vor dem ersten Maltag wurde entschieden, den Wagen in den Orientexpress Farben zu streichen.
Die Wunschfarben zur Abstimmung        nach oben
Der Wagen unmittelbar vor dem Bemalen. Vorbereitung
Der Wagenkasten musste vorbereitet werden. An einem Bausamstag im Juli wurden die Geländer und Dachrinnen demontiert, alle Rostflecken weggeschliffen und behandelt.
Wir wussten nun dass der Wagen oben beige war und unten blau und die Schrift gelb, das Dach war silber. Der Maler welcher die Farben zu liefern hatte, brauchte aber etwas mehr Informationen.
Erstaunlicherweise waren die Angaben über die Farbentypen kaum aufzutreiben. Der Bauchef war schon so weit die CIWL anzuschreiben als er im Internet und in einem Buch fündig wurde.
So entschieden wir uns für das Beige RAL1001, Goldgelb RAL1004, Stahlblau RAL5011 und Weissaluminium RAL9006 und für das Chassis Graphitschwarz RAL9011.

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Der Anstrich
Die erste Etappe des neuen Anstriches betraf den Wagenkasten. Unser Maler, Adi Feierabend, seines Zeichens Malermeister in Bassersdorf, lieferte uns die benötigen Farben und diverse Malerutensilien. Ebenso stand er uns mit Rat und Tat zur Seite. Herzlichen Dank, Adi!
Das notwendige Gerüst wurde uns dankensweise von der Firma Hinnen in Rümlang zur Verfügung gestellt. Die Zweikomponentenfarbe musste zweimal aufgetragen werden. Am ersten Tag vormittags trugen wir die erste Lage beige auf, am Nachmittag kam das Stahlblau dazu. Am Tag darauf der zweite und endgültige Anstrich des Beige. Am Mittwoch danach wurde dann der zweite Anstrich des Stahlblau aufgetragen.

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Der Wagenkasten nach dem Auftragen der neuen Farben
Die Truppe beim wohlverdientem Essen.Wie man sieht haben auch die Kleinsten mitgeholfen...

Plan der neuen Ausführung des Wagens als PDF file
Ausblick
Der Wagenkasten und die Dachstirnseiten sind jetzt gestrichen. Die Geländer müssen jetzt noch Stahlblau und Goldgelb gestrichen und wieder montiert werden. Als nächstens wird der Wagenunterbau behandelt. Eine Arbeit die wir auch an den üblichen Bauabenden während der warmen Jahreszeit ausführen können. Das Dach wird zu einem späteren Zeitpunkt, vorzugsweise im Frühjahr behandelt.
Während dessen wird die neue Beschriftung und das neue Logo hergestellt und aufgebracht.
Somit dürfte der Wagen bis zu unserem 20Jährigen Jubiläum im Frühjahr 2010 in neuer Pracht dastehen.

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